ausführliche Biographie

Yasmina Reza, 1959 geboren, ist iranisch-ungarischer Abstammung. Von ihrer Ausbildung her Schauspielerin, schreibt sie 1986 ihr erstes Theaterstück "Gespräche nach einer Beerdigung" (Uraufführung am 20. Januar 1987 Théâtre de la Villette Paris), mit dem sie sich in Frankreich sogleich als Autorin durchsetzte und für das sie mit dem renommierten "Prix Molière" als beste Autorin ausgezeichnet wurde. Die deutschsprachige Erstaufführung erfolgte 1988 im Schloßparktheater Berlin. Regie: Harald Clemen

 

Ihr zweites Stück "Reise in den Winter" (für das sie ebenfalls mit dem "Prix Molière" ausgezeichnet wurde) erfuhr seine Uraufführung am 6. Oktober im Théâtre d'Orléans und wurde anschließend ins Théâtre National de la Colline in Paris übernommen. Die Deutschsprachige Erstaufführung erfolgte 1992 am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Regie: Wolf Seesemann

 

Ihr drittes Stück "Jascha" wurde 1993 im Schauspiel Bonn urauffgeführt. Regie: Hans-Dieter Jendreyko. Dieses Stück hat sie inzwischen zurückgezogen.

 

Zu einem absoluten Welterfolg wurde ihr Theaterstück "Kunst". Uraufgeführt am 3. November 1994 im Théâtre des Champs Elysées in Paris ("Prix Molière" als beste Autorin), eroberte diese hinreißende Komödie ganz schnell die Bühnen der Welt. Übersetzt in über 40 Sprachen triumphierte "Kunst" in London, New York, Moskau, Tokio, Tel Aviv, Budapest, Buenos Aires, Madrid, um nur einige der vielen Metropolen zu nennen. Allein im deutschsprachigen Raum wurde "Kunst" seit der deutschsprachigen Erstaufführung am 29.10.1995 in der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin  (Regie Felix Prader mit Udo Samel, Peter Simonischek und Gerd Warmeling) von über 150 Bühnen gespielt und steht auch heute noch auf vielen deutschen Spielplänen. Neben dem "Prix Molière wurde "Kunst" noch mit dem Laurence Olivier Award und dem Tony Award ausgezeichnet.

 

Das Zweipersonenstück "Der Mann des Zufalls" wurde am 20. September 1995 im Théâtre Hébertot in Paris uraufgeführt, die deutschsprachige Erstaufführung erfolgte 1996 im Landestheater Württemberg-Hohenzollern in Tübingen.

 

Danach hat sich Yasmina Reza im Theater erst einmal rar gemacht. Sie schrieb zwei Romane: "Hammerklavier" (erschienen im Ammnan Verlag, danach im Hanser Verlag) und im September 1999 erschien bei Albin Michel "Une désolation", dessen deutsche Übersetzung "Eine Verzweiflung" im Hanser Verlag erschienen ist.

 

Im Januar 2000 kam ihr Film "Le pique-Nique de Lulu Kreuz" mit Philippe Noiret, Michel Aumont, Carole Bouquet, Stephane Audran und Niels Arestrup in die französischen Kinos und erhielt überschwengliche Kritiken.

 

Dann schrieb sie wieder für das Theater. "Drei Mal Leben" (Trois versions de la vie) wurde am 29. Oktober 2000 im Akademie-Theater des Burgtheaters Wien in einer Inszenierung von Luc Bondy in der Besetzung mit Susanne Lothar, Andrea Clausen, Ulrich Mühe und Sven-Eric Bechtolf urauffgeführt. Im November 2000 kam das Stück dann im Théâtre Antoine in Paris heraus, im Dezember in London.

 

2003 erschien ihr von der Kritik hochgelobter Roman "Adam Haberberg", der im Februar 2005 im Hanser Verlag in einer Übersetzung von Frank Heibert veröffentlicht wurde.

 

Am 20. Januar 2004 erfolgte im Pariser Théâtre de la Madeleine in einer Inszenierung von Luc Bondy die Uraufführung ihres Theaterstückes "Une pièce espagnol" (Ein spanisches Stück) und wurde vor allem von der deutschen Kritik begeistert aufgenommen. Die deutschsprachige Erstaufführung erfolgte am 4. März 2005 in der Inszenierung von Beat Fäh im Hessischen Staatstheater Wiesbaden.

 

Im Herbst erschien bei Albin Michel ihr Text "Dans la luge d'Arthur Schopenhauer" (Im Schlitten Arthur Schopenhauers), eine Folge von Monologen zweier Frauen und zweier Männer, und ihr Prosatext "Nulle part" (Nirgendwo). "Diese Texte erschienen dann Anfang Februar 2006 in einer Übersetzung von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel im Hanser Verlag.

 

Am 14. November 2005 wurde Yasmina Reza mit dem Welt-Literaturpreis 2005 ausgezeichnet.

 

Die Uraufführung von "Im Schlitten Arthur Schopenhauers" erfolgte am 31. August 2006 in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin. In der Inszenierung von Jürgen Gosch spielten Corinna Harfouch, Gabriele Heinz, Ulrich Matthes und Ernst Stötzner.

 

Die Uraufführung ihres Stückes "Der Gott des Gemetzels" (Le dieu du carnage) fand am 2. Dezember 2006 im Schauspielhaus Zürich statt. In der Inszenierung von Jürgen Gosch spielten Corinna Kirchhoff, Dörte Lyssewki, Michael Maertens und Thilo Nest. Wie ihre Komödie "Kunst", so eroberte auch dieses Stück in kürzester Zeit die Bühnen der Welt. Allein im deutschsprachigen Theaterraum wurde und wird "Der Gott des Gemetzels" von über 90 Theatern gespielt, die vielen Amateurbühnen nicht mitgerechnet. Auch für dieses Stück wurde sie mit dem Laurence Olivier Award und dem Tony Award ausgezeichnet

 

2007 erschien ihr Buch "L'aube le soir ou la nuit" (die deutsche Übersetzung "Frühmorgens, abends oder nachts" erschien 2008 im Hanser Verlag), eine sehr kritische Auseinandersetzung mit dem Wahlkampf von Nicolas Sarkozy, den sie dabei ein Jahr lang begleitete.

 

2010 verfilmte Yasmina Reza (Regie und Drehbuch) ihr Bühnenstück "Ein spanisches Stück" unter dem Titel "Chicas".

 

Am 6. Oktober 2012 kam in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin die Uraufführung ihres Stückes "Ihre Version des Spiels" (Comment vous racontez la partie) heraus.  Regie Stephan Kimmig mit Corinna Harfouch, Katrin Wichmann, Alexander Khuon und Sven Lehmann.

 

2012 Veröffentlichung ihres Buches "Heureux les Heureux" bei Flammarion, für das sie 2013 mit dem Literaturpreis von "Le Monde" ausgezeichnet wurde. Die deutsche Übersetzung "Glücklich die Glücklichen" (Hanser Verlag) hielt sich 2013 wochenlang in der Spiegel Bestsellerliste.

 

2013 verfilmte Roman Polanski ihr Theaterstück "Der Gott des Gemetzels", Drehbuch: Yasmina Reza

 

Mitte Mai 2015 wurde ihr  Stück "Bella Figura" an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin uraufgeführt. In der Inszenierung von Thomas Ostermeier spielten Nina Hoss, Stephanie Eidt, Lore Stefanek, Renato Schuch und Mark Waschke.

 

2016 erhiel Yasmina Reza für Ihren Roman "Babylon" in Frankreich den renommierten "Prix Renaudot".

 

2018 Ihr neuer Theatertext "Anne-Marie die Schönheit" ist ein Monolog einer Frau, der allerdings von einem Mann gespielt werden muss.

 

 

 

 

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© Agentur Rainer Witzenbacher